Rechtliche Vertretung

Ohne Bevormundung

Unter Betreuung läßt sich vieles verstehen. In dem hier dargestellten Zusammenhang nimmt der Begriff allerdings eine Sonderstellung ein, weil es sich um eine Rechtliche Betreuung handelt, ein bedeutsamer Sachverhalt, der eine persönliche und eine gerichtliche Entscheidung erfordert. Dazu sind wir für unterschiedliche Amtsgerichte tätig und dort gelistet, allen voran Köln, Bergisch-Gladbach und Gummersbach.

Das schreckt Menschen gerne ab, weil sie befürchten, unter Kontrolle zu geraten. Doch mit uns haben Sie diesbezüglich nichts zu befürchten. Wir lassen Ihnen Ihr gewohntes Leben mit dem Vorteil, dass wir Sie von entstandenem Ballast befreien und Ihnen Brücken bauen. Entdecken Sie in einer Zusammenarbeit, wie Sie für sich den größten Nutzen mit den geringsten Einschränkungen gewinnen können.

In der folgenden Übersicht erhalten zügige Leser Antworten zum Thema. Daneben haben Sie in der → Infothek  die Möglichkeit, die für Sie relevanten Dokumente herunterzuladen. 

Stichworte zum Thema Rechtliche Betreuung:

Einen Antrag auf Betreung - Anregung genannt - kann jede Person unter Angabe seiner persönlichen Daten beim örtlichen Amtsgericht, Abteilung Betreuungsgericht schriftlich vorbringen. Entweder für sich selbst oder eine andere Person, die mutmaßlich Unterstützung im alltäglichen Leben benötigt. Hinzugefügt sein sollte ein ärztliches Attest über eine seelisch-psychische Erkrankung, die die Notwendigkeit unterstreicht. Unter Umständen wird die Betreuungsstelle der jeweiligen Stadt und/oder ein Gutachter die Gegebenheiten überprüfen. In besonderen Fällen wird zusätzlich ein Verfahrenspfleger zur Beurteilung hinzugezogen. Bei positiver Bewertung ergeht letztendlich ein gerichtlicher Beschluss, in dem ein professionell tätiger Betreuer benannt wird, falls nicht schon im Vorfeld ein geeigneter Wunschkandidat vorgeschlagen wurde.

Die Dauer einer gerichtlich beschlossenen Betreung richtet sich nach dem Unterstützungsbedarf und kann sich zwischen 6 Monaten und 7 Jahren bewegen. Wichtig ist jedoch, dass die zu betreuende Person bei Gericht jederzeit unter Angabe von Gründen einen Wechsel der Betreuungsperson oder gar eine Beendigung der Betreuung beantragen kann.

Es wird generell zwischen ehrenamtlichen Betreuern (in der Regel Angehörige) oder Berufsbetreuern unterschieden. Letztere sind normalerweise freiberuflich tätig, was eine Bewerbung bei der örtlichen Betreuungsstelle voraussetzt. Dort wird auch die Eignung überprüft, die von der persönlichen und fachlichen Qualifikation bis hin zum polizeilichen Führungsnachweis reicht. Wurde die Eignung auch hier positiv bewertet, so gilt es zunächst, probeweise und unentgeltlich Betreuungen zu führen, bis die Anerkennung als Berufsbetreuer ausgesprochen wird. Die/der zu Betreuende kann eine Person seiner Wahl vorschlagen. Angehörige werden gerne bevorzugt, nicht zuletzt aus Kostengründen.

Es gilt: Eine vermögende Person (> 5.000 € Gesamtvermögen) hat die Aufwendungen für die Betreuung selbst zu tragen. Liegt Mittellosigkeit vor, so übernimmt die Landeskasse die Kosten. Beides ist explizit gegenüber dem Gericht regelmäßig nachzuweisen. Die Kosten hängen von folgenden Faktoren ab: Lebensmittelpunkt (Stationäre Einrichtung oder Wohnung), Vermögenssituation (mittellos oder vermögend), Betreuerqualifikation (Ausbildung), Dauer der Betreuung. Im Ergebnis sinken die Kosten innerhalb von 2 Jahren. Wichtig ist, dass die Betreuervergütung pauschal und unabhängig vom Aufwand erfolgt.

Der oberste Grundsatz lautet: Eine Betreuung hat dem Wohl und Wille der/des Betroffenen zu dienen. Sollte der Wille des Betroffenen allerdings zu einer Selbst- oder Fremdgefährdung führen, kann ein Betreuer sich darüber hinwegsetzen, um Schäden zu vermeiden.

Darunter zählen die typischen Alltagsfelder, in denen sich jeder Mensch in der Regel bewegt:
Aufenthaltsbestimmung, Wohnungsangelegenheiten, Gesundheitssorge, Vertretung vor Behörden, Vermögenssorge sowie Empfang/Öffnung der Post.
Anhand eines Beispieles werden die für Laien teils irreführenden Bezeichnungen erläutert. So bedeutet Aufenthaltsbestimmung nicht, dass ein Betreuer den Aufenthalt seiner anvertrauten Person bestimmen darf. Dazu ist das Einverständnis der/des Betroffenen oder, falls krankheitsbedingt nicht möglich, die Genehmigung des Gerichtes erforderlich.

Betreuer haben eine Rechenschaftspflicht dem Gericht gegenüber. Durch jährliche Berichterstattung und, falls über Vermögen verfügt wurde, durch eine genaue Rechnungslegung der einzelenen Buchungsvorgänge im Berichtszeitraum. Sie haben zu Sachverhalten Stellung zu nehmen und sollten die Betroffenen etwa vierteljährlich persönlich sehen.

Die zu betreuende Person steht im Mittelpunkt allen Handelns. Sie ist maßgeblich und muss in die Zusammenarbeit einbezogen werden. Eine Verweigerung gegenüber einer Betreuerentscheidung ist zu respektieren. Tritt dadurch allerdings ein Schaden ein, so prüft das Gericht weitergehende Befugnisse zum Schutz der/des Betreuten oder seiner Umgebung.

Unabhängig von der zunächst festgesetzten Dauer einer Betreuung kann die/der Betroffene jederzeit einen Wechsel oder die Aufhebung bei Gericht beantragen. Das ist in den Situationen sinnvoll, in denen sich Betreuer und Betreute nicht verstehen und eine effektive Zusammenarbeit nicht gegeben ist. Sinnlos wird es, wenn die Betroffenen einen derartigen Antrag in der Annahme stellen, ein Wechsel bringt Veränderung in den grundsätzlichen Rahmenbedingungen.

Es gibt keine Entmündigung und keine Vormundschaft mehr!

Wir von aprivis verstehen uns als persönliche Manager. Der Begriff Betreuer ist vielfach ungünstig besetzt und löst Vorbehalte insbesondere im Hinblick auf eine eingeschränkte Selbstbestimmung aus. Wir kümmern uns mit Ihnen darum, dass Sie Ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Dazu führen wir wenn nötig, fördern soviel wie möglich und fordern auch: Nämlich Mitwirkung, Eigenverantwortung und Selbständigkeit.

Menschen, die krankheitsbedingt gehindert sind, ihre Angelegenheiten zu erledigen, geraten sehr schnell ins Abseits: Rechnungen werden nicht beglichen, Behördentermine nicht mehr wahrgenommen, die Post stapelt sich zusehends, die Selbstdisziplin lässt zusehends nach und zum Schluss tritt allmählich Verwahrlosung ein. Ein Abstieg, den die Betreuungsarbeit aufhalten kann. Um aber wieder fest im Sattel zu sitzen, bedarf es den unbedingten Willen der Betroffenen. Ein Betreuer allein vermag solche grundsätzlichen Lebensumstände nicht ändern zu können. Jedoch ist er Kraft seines Amtes in der Lage, wertvolle Unterstützung zu leisten. Betreuungsarbeit gerät dann sehr schnell an seine Grenzen, wenn die Betroffenen dagegen arbeiten und nicht mitwirken. Problematisch sind auch Erwartungshaltungen von außen, die auf Unkenntnis der Materie beruhen. Beispielsweise gehören das Verbringen von Wäsche oder Einkäufe nicht zu den Aufgaben einer Betreuung. Das stößt mitunter auf Unverständnis. Ebenso in den Fällen, in denen Betroffene durch Verweigerung der Medikanteneinnahme in Verhaltensweisen geraten, die gesellschaftlich kaum tragbar sind, für sich genommen aber keine Gefährdungsaspekte beinhalten. Erst dann sind Betreuer zum Schutz des Klienten befugt, Maßnahmen auch gegen deren Willen einzuleiten (Krankenhauseinweisung).

Bergisch Gladbach / Essen / Geilenkirchen / Gummersbach / Köln / Remscheid / Siegburg / Waldbröl / Wipperfürth


Ausführlich betrachtet:

Die Gesetzgebung sieht vor, dass Menschen, die auf Grund einer geistigen, seelischen und/oder körperlichen Beeinträchtigung  Unterstützung durch eine rechtliche Betreuung erhalten können. 

Hintergrund ist, dass eine fremde Person für eine(n) Betroffene(n) rechtlich handeln darf, ähnlich wie bei einer notariellen Vollmacht. Der Unterschied besteht in der fachlichen Erfahrung einer Betreuerin/eines Betreuers sowie in der Überwachung des Betreuungsverlaufes durch das Amtsgericht. 

Die rechtliche Vertretung beinhaltet in der Hauptsache die Besorgung von Rechtsgeschäften, beispielsweise die Unterzeichnung von Verträgen oder Einverständniserklärungen. Somit ist eine Betreuung maßgeblich in der Vertretung sowohl für gerichtliche- als auch außergerichtliche Angelegenheiten einzusetzen.

Folgende formale Voraussetzungen müssen gegeben sein:

  • Einen Antrag beim örtlichen Amtsgericht, Abteilung Betreuungsgericht (Betreuungsanregung)
  • Eine schriftliche Einverständniserklärung der/des Betroffenen
  • Ein ärztliches Attest über die Notwendigkeit einer Betreuung
  • Eine  persönliche Anhörung durch einen Richter
  • Gegebenenfalls eine ärztliche Begutachtung
  • Schlußendlich prüft gegebenenfalls ein Verfahrenspfleger die Interessen der zu betreuenden Person

Nach eingehender, positiver Prüfung der Notwendigkeit ergeht ein vorübergehender rechtlich beschlossener Vertretungsauftrag für die gängigen und wählbaren Geschäftsbereiche des Alltages:  

  • Aufenthalt, Wohnung, Gesundheit, Behörden, Vermögen, Post
Betreuer und Betroffene sollten nun in reibungsloser Zusammenarbeit, einvernehmlich und unter Beachtung realistischer Ziele im Austausch bleiben.

Spätestens nach Ablauf der durch das Gericht festgelegten Prüfungsfrist wird über eine Beendigung, eine Fortsetzung oder einen Betreuerwechsel gesprochen. Auf Antrag des Betreuten kann dies jederzeit vorgezogen werden.

Ihre Fragen dazu beantworten wir gerne und unverbindlich.


Vielen Dank für Ihr Interesse

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    Uups, irgendetwas ist schief gelaufen